Meterhohe Sonnenblumen, üppiger Grünkohl, leuchtend orangefarbene Kürbisse und der Duft von frischem Thymian: Wer den Gemeinschaftsgarten im Stadtleben Ellener Hof betritt, findet eine grüne Oase, die alle Sinne anspricht. Hier blüht, wächst und reift, was schön aussieht und gut schmeckt – von bunten Blumen über Kräuter bis zu Obst und Gemüse. Dass es in den Beeten so vielfältig zugeht, ist vor allem der Gruppe Ellener Hofgarten zu verdanken. Bis zu zehn freiwillig Aktive gehören fest dazu. Jeden Freitag von 15 bis 18 Uhr treffen sie sich zum gemeinsamen Gärtnern, immer wieder unterstützt von Nachbarinnen und Nachbarn aus dem Quartier. Und Verstärkung ist durchaus erwünscht. „Insbesondere Männer sind gern gesehen – zum Beispiel für körperlich anstrengende Tätigkeiten wie das Umgraben“, sagt Antje lachend.



Mit Plan und viel Raum für Improvisation
Gerade im Sommer reicht der wöchentliche Gartentermin allerdings längst nicht aus. Dann sind Antje und ihre Mitstreiterinnen fast täglich vor Ort und schauen, welche Pflanzen gewässert werden müssen. Kohlrabi, Kartoffeln & Co. sollen aber nicht nur wachsen, sondern auch rechtzeitig den Weg aus dem Beet finden. Was wann ausgesät, gepflanzt und geerntet wird, ist deswegen genau festgeschrieben. Eigentlich. „Unser Plan wird gerne mal über den Haufen geworfen“, erzählt Ulrike Hardow schmunzelnd. „Man muss hier sehr kompromissbereit sein.“ Warum sie sich trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – seit vielen Jahren gerne im Ellener Hofgarten engagiert? „Ich mag daran zweierlei: zum einen natürlich die Gartenarbeit, zum anderen aber auch die offene Kommunikation. Beides ist gut für mein Gemüt.“ Antje schätzt das Miteinander ebenfalls. Für sie ist der Garten ein Ort gelebter Frauen-Power: „Wir helfen uns gegenseitig und ich finde es sehr erquickend, was wir hier geschaffen haben und am Leben halten.“



Naschen ausdrücklich erlaubt
Sabine Schramm hat noch einen weiteren guten Grund, regelmäßig vorbeizuschauen und mit anzupacken: die süßen Früchte der gemeinsamen Arbeit. „Ich bin eine Naschkatze und lasse mir gerne unsere Johannis- oder Himbeeren schmecken!“ Was an Obst, Kräutern und Gemüse reif ist, dürfen die Mitglieder der Gruppe für den Eigenbedarf mit nach Hause nehmen. „Das schmeckt alles viel besser als die Produkte aus dem Supermarkt“, sagt Ulrike Hardow. Doch die Ernte ist keineswegs allein für die fleißigen Gärtnerinnen und Gärtner bestimmt. Gerne wird mit anderen geteilt. Wer freitagnachmittags vorbeikommt, kann gegen eine Spende mitnehmen, was gerade angeboten wird. Was Lisa Eidens, Sprecherin des Ellener Hofgartens, wichtig ist zu betonen: „In Sachen Saatgut und bei anderen notwendigen Anschaffungen werden wir finanziell vom BUND Bremen unterstützt. Das sichert die Fortführung unserer Arbeit!“
Lust bekommen, selbst mitzugärtnern?
Neue Gesichter sind im Ellener Hofgarten herzlich willkommen – ganz gleich, ob mit grünem Daumen oder ohne Gartenerfahrung. Einfach freitags zwischen 15 und 18 Uhr im Gemeinschaftsgarten vorbeischauen, die Gruppe kennenlernen und mitmachen.
