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Das Klimaquartier lebt auf!

Grund zur Freude im Stadtleben Ellener Hof: Der Antrag auf Fördermittel für das Projekt „Zukunft nachhaltig gestalten im Klimaquartier Ellener Hof“ wurde in diesem Jahr bewilligt. Der Initiator BUND Bremen erhält Mittel von der Bremer Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft sowie von Bingo! Die Umweltlotterie, um bestehende Nachhaltigkeitsangebote fortzuführen und neue Klimaschutzmaßnahmen anzustoßen. „Erste Ideen dafür sind schon da“, sagt Projektmitarbeiterin Mareile Timm vom BUND. „Doch wir möchten die Menschen hier vor Ort aktiv einbeziehen und ihre Vorschläge mit in die Planungen aufnehmen.“ Genau darum ging es bei einem Workshop am 16. Februar in der Kultur-Aula. 26 engagierte Nachbarinnen und Nachbarn kamen zusammen, um die nächsten Schritte für das Klimaquartier zu planen. Im Fokus standen drei Themenfelder: klimafreundliche Ernährung, gelebte Willkommenskultur und der Ausbau eines nachhaltigen Verleihsystems.

Klimafreundlich genießen – gesellig und vielfältig

Im Ellener Hof gibt es bereits nachhaltige Initiativen für gesunde Ernährung – zum Beispiel durch den Gemeinschaftsgarten. Nun sollen sie erweitert und stärker vernetzt werden. So entstand die Idee, alle Bewohnerinnen und Bewohner aktiv einzubinden – etwa indem sie internationale vegetarische und vegane Gerichte zu Stadtteilfesten oder der geplanten Spielplatzeinweihung beisteuern. Die Rezepte dazu könnten zum Mitnehmen ausgelegt werden. Auch Themenwochen – beispielsweise eine polnische oder syrische Woche – mit begleitendem Kulturprogramm in der Kultur-Aula war ein Vorschlag. Der Austausch bewährter regionaler und klimafreundlicher Rezepte sowie eine Ausweitung des Foodsharing-Angebots wurden ebenfalls angeregt diskutiert. Darüber hinaus stand eine mögliche Kooperation mit der AOK oder der Gesundheitswerkstatt Osterholz des Leibniz-Instituts (BIPS) im Raum, um gesunde und klimafreundliche Ernährung über Vorträge und Kurse stärker in den Fokus zu rücken. Der Wunsch nach mehr Bio-Gemüse und -Obst – etwa über eine Food-Coop, Solawi oder Ökokiste – ist vorhanden. Hier gilt es in einem nächsten Schritt, geeignete Räumlichkeiten für Ausgabe und Lagerung der Lebensmittel zu finden.

Willkommenskultur als Motor für mehr Nachhaltigkeit

Klimaschutz braucht Begegnung. Deshalb wurde intensiv darüber diskutiert, wie man neue Bewohnerinnen und Bewohner willkommen heißt und besser in die Klimaschutzaktivitäten vor Ort integriert. „Essen verbindet“ lautete ein zentraler Gedanke. Essensstände mit vegetarischen oder veganen Gerichten, aber auch Mitmachaktionen bei Quartiersfesten oder am „Tag der Nachbarschaft“ sollen unkompliziert Gespräche eröffnen. Persönliche Ansprache zum Mitmachen und Kommen bleibt dabei der Schlüssel – ergänzt durch mehrsprachige Einladungen und Informationen zu den Klimaschutzaktivitäten im Stadtleben Ellener Hof. Ein Lehmofen, der zu Pizza- und Brotbackaktionen einlädt, könnte weitere Anreize für gemeinschaftliche Aktivitäten schaffen. Workshops in der Holzwerkstatt für alle sollen Mut machen, selbst aktiv zu werden, Dinge zu reparieren und handwerkliche Fähigkeiten auszuprobieren.

Teilen stärkt die Gemeinschaft

Nachhaltigkeit bedeutet auch teilen statt neu kaufen. Im Quartier, so wurde deutlich, funktioniert das bereits gut. Schubkarren, Gartengeräte und Werkzeuge werden in der Multifunktionshalle ausgeliehen und zuverlässig zurückgegeben. Geschirr kann über die „Geschirrgruppe“ im Gut’s Haus entliehen werden. Alle Leihangebote gilt es künftig zusammenzufassen und noch sichtbarer zu machen – möglicherweise über einfache Listen oder digitale Lösungen. Langfristig soll das Verleihsystem weiterentwickelt werden, mit Anschaffungen etwa eines zusätzlichen Akkuschraubers oder eines weiteren Werkzeugkastens. Auch eine fest installierte Fahrrad-Reparaturstation mit Luftpumpe und Werkzeugen als Erste-Hilfe-Set – gesichert gegen Diebstahl – ist im Gespräch. Mareile Timm: „Wir haben im Workshop viele wertvolle Anregungen erhalten und prüfen nun, was sich umsetzen lässt. Unser herzlicher Dank gilt allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für den bereichernden Austausch in Sachen Nachhaltigkeit im Klimaquartier Ellener Hof.“