Was Ursula Mielke seit sieben Jahren dazu bewegt, fast jeden Mittwochvormittag von 9.30 bis 12.30 Uhr ehrenamtlich in der Nähwerkstatt des Stadtlebens Ellener Hof mitzuarbeiten?

„Das macht mir einfach richtig viel Spaß, und wir sind eine tolle Gruppe, die sich zur Begrüßung auch gern herzlich in den Arm nimmt“, sagt die 91-Jährige und fügt schmunzelnd hinzu: „Ich freue mich immer so auf diesen Tag – da brauche ich keinen Wecker.“
Die gelernte Schneidermeisterin ist eine von drei freiwilligen Helferinnen, die das Angebot des Klimaquartiers Ellener Hof zu etwas Besonderem machen. „Ursula, Ilse und Regina helfen geduldig, erklären ruhig, geben wertvolle Tipps – sie sind die guten Seelen der Nähwerkstatt“, erzählt Sabine Wiesekerl, die regelmäßig teilnimmt. Erst kürzlich hat die Arbergerin hier eine Hose für den kommenden Sommer genäht, jetzt arbeitet sie an einem Kinderrock.


„Wir machen eigentlich alles: Mäntel mit Innenfutter, Kleider, Taschen und vieles mehr – und das ausschließlich aus ausrangierten Kleidungsstücken oder gespendeten Stoffen“, berichtet Ursula Mielke. Dieses sogenannte Upcycling kommt bei den Teilnehmenden gut an. „Es ist doch großartig, Kleidung ein zweites Leben zu schenken. Und es sind schon richtig coole Stücke entstanden“, ergänzt Sabine Wiesekerl. Besonders schätzt sie die familiäre Atmosphäre: „Wir unterstützen uns gegenseitig, lachen viel und kommen auch mit Menschen ins Gespräch, die noch nicht so gut Deutsch sprechen.“


In der Regel nehmen rund fünfzehn Personen an der offenen Nähwerkstatt teil – darunter auch Kinder und Männer. „Zum Beispiel Uwe“, lacht Ursula Mielke. Mit Unterstützung der Gruppe hat er Bezüge für Hocker genäht und schaut inzwischen immer wieder für kleinere Projekte in der Kultur-Aula vorbei. Wichtig zu wissen: Das Hilfsangebot ist inklusive der Nutzung von Nähmaschine, Zubehör und Stoffen kostenlos und steht allen Interessierten offen. Über Altkleider- und Textilspenden freut sich die Näh-Gemeinschaft besonders. Ursula Mielke: „Die können gerne während unserer Öffnungszeiten abgegeben werden.“