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Wenn Ganesha den Tempel verlässt

Farbenprächtige Kleidung, Musik, der Duft von Weihrauch und mittendrin ein reich geschmückter Tempelwagen: Mit dem Theer-Umzug hat das Jahresfest der Hindu-Gemeinde im Sri Varasiththivinayakar Tempel am 23. August seinen Höhepunkt erreicht. Dafür kamen Gläubige aus ganz Deutschland ins Stadtleben Ellener Hof.

Einmal im Jahr ist es so weit – Ganesha verlässt seinen Platz im Tempel. Für die Mitglieder der Hindu-Gemeinde ist dies ein besonderes Ereignis. Der Gott mit dem Elefantenkopf, dem die religiöse Stätte im Stadtleben Ellener Hof geweiht ist, gilt im hinduistischen Glauben als Beseitiger von Hindernissen. Beim Theer-Fest bleibt sein Segen nicht auf das Innere des Tempels beschränkt. Ganesha wird zunächst auf einer Sänfte ins Freie getragen – Schwerstarbeit für die Männer, die die Gottheit behutsam aus dem Gebäude bringen. Draußen angekommen, wird sie auf den Tempelwagen gesetzt. Dann beginnt die Prozession. Unter Musik und begleitet von festlich gekleideten Menschen zieht der Wagen einmal rund um das farbenfrohe Gotteshaus.

Auch Kokosnüsse spielen zu Theer eine Rolle. Sie werden auf dem Boden zerschlagen – ein symbolischer Akt, bei dem die harte äußere Schale aufbricht und das Reine der Seele zum Vorschein kommen soll. Für gläubige Hindus ist es ein Tag, an dem Kummer und Sorgen für eine Weile in den Hintergrund treten dürfen und der Blick auf Glück, Segen und Neubeginn gerichtet wird. Und noch etwas macht das Fest im Stadtleben Ellener Hof besonders: Die Hindu-Gemeinde feiert nicht für sich allein. Unter den Gästen waren erneut zahlreiche Nachbarinnen und Nachbarn aus dem Quartier und dem Stadtteil. Sie nutzten die Gelegenheit, eine ihnen vielleicht noch unbekannte Tradition aus nächster Nähe kennenzulernen und miteinander ins Gespräch zu kommen. „Sehr interessant“, so ein Ehepaar aus Blockdiek, „wir erfahren gerne mehr über andere Religionen und haben heute einen tollen Einblick in die des Hinduismus erhalten!“